Morgenstimmung im Klausbachtal

Der erste Morgen in Hintersee beginnt ausnehmend freundlich. Alle Morgende in Hintersee beginnen in dieser kühlen Herbstzeit freundlich.

Der Nebel steigt aus dem See, weicht bald der Sonne, die hinter dem Hochkalter-Massiv hervorkommt und das Wasser schön türkisgrün färbt.

Ich beschließe, Richtung Österreich zu wandern. Der Alm-Erlebnis-Bus Richtung „Passhöhe“ (na ja, 1147 Meter) kostet extra, und an Erlebnissen bietet er eigentlich nur Steigungen und eine Haarnadelkurve. Als ängstlicher Großstädter bin ich auf dem parallelen Weg durchs Klausbachtal besser aufgehoben. Erkennt jemand die Ironie? Klar, vor den Groß-Abenteuern erst mal langsam „angehen“ lassen.

Guten Morgen, ihr Tiere! Okay, noch kein Frühaufsteher da

Zur Wildfütterung bin ich zu früh. Zwischen 14 und 15 Uhr soll sie stattfinden, und vorher lassen sich Hirsch und Gams nicht blicken. Die Tiere haben offenbar Uhren, und Gämsen, so lerne ich, kommen eh nicht hierher. Es sind offenbar sehr elitäre Tiere. Meinetwegen. Ich sehe dann was auf dem Rückweg.

Es kommt natürlich anders. Wie das so meine Art ist, folge ich neugierig einem Pfad hinter der Ragert-Alm, der mich nach gut 3 Kilometern ins gepflegte Nichts führt. Schon bald habe ich mich heillos verirrt und bin froh, dass ich am Ende des Weges noch mal auf den Höhenmesser sah. 1015 Meter waren es. Jetzt, im Nirgendwo-Gestrüpp, sind es 1060. Ich muss also 45 Meter abwärts, um den Weg wiederzufinden, und ich brauche eine Stelle, wo das gefahrlos möglich ist.

Das fängt ja schon mal bös an.

Na, wer wagt es? Dreimal den Brocken um die Mulde tragen, und man ist unter der Haube! Aber vielleicht sieht’s keiner. Die Stelle ist recht abgelegen

Spoannender finde ich da diesen seltsam gelagerten Stein. Es heißt, wer ihn hochhebt und dreimal um diese Mulde herumträgt, würde noch im selben Jahr heiraten. Das klingt gefährlich.

Also den Stein kann ich hochheben, mühsam zwar, aber im Ernstfall könnte ich auch diese Aufgabe erfüllen. Angesichts des Risikos, also für die Bandscheiben, verzichte ich dann aber doch.


Am Hirschbichlpass in Österreich lauert der Alm-Erlebnis-Bus auf müde Wanderer. Nein, danke, ich bin nicht müde. Vom Bus aus wären mir kaum die wunderbar farbigen Herbstbilder gelungen, die das Klausbachtal für mich bereithält. Welche nehme ich nur für diesen Beitrag? Denn: Der WordPress-Speicherplatz wird knapp.

Ich hatte ja schon angekündigt, dass es mit dem Blog hier bald zu Ende geht. Aber niemand der verehrten Follower muss jetzt entsetzt aufschreien: Direkt nach dem nächsten Bayern-Beitrag mit dem markigen Film-Titel „Unter Geiern“ wird es eine offizielle Erklärung des TarzanUnterwegs-Konzerns geben. Die dann hoffentlich alle entspannt und beruhigt.

Und jetzt ist endlich das Dorf wieder erreicht. Ein nicht unerhebliches Abendessen wartet. Und ich schließe mit einem ebenso markigen Film-Zitat:

„Schließlich, morgen ist auch noch ein Tag.“

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