Tarzan ist auf der Flucht!

So, da haben wir den Salat.

Durch eine unglaubliche Dummheit habe ich mich selbst hineingeritten, in den Salat also (um ein anstößigeres Wort zu vermeiden). Ich bin enttarnt.

Und ich muss fliehen. Aber wohin nur? Im Urlaub war ich ja gerade, und nächste Woche muss ich ja auch wieder arbeiten.
Die Lage scheint aussichtslos.

Der geneigte Leser ahnt schon aus dem Beitrag „Fortschritt bis zum Schluss“, was mich umtrieb. Ich habe Geld versteckt. Schon das ganze Jahr 2017 über. Fette Dollars in der Schweiz. Denn für die gibt es mehr Zinsen als für Franken.
Meine unersättliche Gier also. Sie hat schon Uli Hoeneß das Genick gebrochen. Und ich folge ihm auf dem Fuße. Ich bin erledigt.

Zwar sind die Zinsen brav vor Ort versteuert, sogar höher als hierzulande. Aber das waren sie bei Uli Hoeneß auch, sofern es sich um Zinsen handelte. Seine Spekulationsgewinne waren ja nach Schweizer Recht steuerfrei. Interessiert hat das die deutsche Staatsanwaltschaft wenig, Hoeneß war erledigt. Und nun bin ich es.

Geld ist bekanntlich ein scheues Reh. Superklug wollte ich dem AIA, dem automatischen Informationsaustausch, entkommen und schickte das Kitz in ein anderes Waldstück, wo es nun zufrieden und unbehelligt grast. Oder äst? Huch, Sprache.

Ein böser Fehler. Was fällt dem geneigten Leser bei diesem Foto auf?

Zinsen
Zinsen in Höhe von 6,82 CHF sind verschwunden. Wo ist dieses Geld gelandet?

 

Richtig: Die „erzielten“ Zinsen sind höher als das aktuelle Guthaben. Wo ist das Reh hingeeilt? Wurden die Dollar in Euro getauscht? In Franken? Und wo sind sie überhaupt?
Der findige Finanzamts-Mensch wird sofort per Knopfdruck schauen, ob es auf einem meiner hiesigen Konten gelandet ist. (Wie das gehen soll, steht ja hier).
Und wird nichts finden.

Jetzt wird der Finanzamts-Mensch richtig aufmerksam. Er schaut in den Gesamt-Kontostand, die ihm die Schweizer bereitwillig zur Verfügung gestellt haben, und stößt auf eine erbärmliche Mini-Summe. Jedenfalls keine, mit der diese gewaltigen Zinsen von über 9 Dollar erzielt hätten werden können.

Hätten. Werden. Können. Toll, irgendwie. Der Satz. So grammatisch. Gehabt worden sein. Haha. 

AIA1
Ja ja.

 

Wo ist nun das
Reh? Oje.

Man wird Fragen stellen. Man wird mich gewaltig unter Druck setzen. Man wird im Wege der Amtshilfe Konto-Transaktionen einsehen wollen. Der Staatsanwalt wird mich, zitternd vor unterdrücktem Zorn, fragen, was ich mir eigentlich dabei gedacht habe.

Es ist nicht so, dass ich meinem Heimatland einen großen materiellen Schaden zugefügt hätte. Da die gezahlten Zinssteuern sogar höher sind, als sie es hier gewesen wären, bekäme ich sogar noch etwas raus.

Aber es geht hier ums Prinzip. Ein Staat, der gestohlene Bank-CDs ankauft (und nicht mal eine Sekunde lang an Hehlerei, Anstiftung oder gar Beihilfe denkt), kann und darf keinesfalls dulden, dass irgendwer seiner Bürger irgendwo anders sein eigenes Ding macht.
Hoeneß durfte das bitter erfahren. Angeblich tauchte sein Name auf einer gestohlenen und von Deutschland angekauften Steuer-CD der Schweizer Bank Vontobel auf. Was natürlich heftig dementiert wurde. Von der deutschen Staatsanwaltschaft, versteht sich.

Völlig egal. Heute haben wir das viel einfachere (und billigere) AIA. Und übermorgen werde ich verhaftet.

So was Blödes auch.


Ja mei, wie pessimistisch rede ich denn hier? Grad wollte ich mich von meinen lieben Mitlesern verabschieden, da entdecke ich Folgendes:

AIA

 

 

 

 

AIA2

 

Ich habe noch eine Gnadenfrist!

Vielleicht schreibe ich bis dahin noch etwas. Sonst würde ich gerne in die JVA Berlin-Plötzensee, es soll da sehr großzügige Ausgangsregelungen geben.

Und noch eine Hoffnung habe ich: dass nicht das BaFin (oder so??) für diesen neuen extremen Steuerflucht-Fall zuständig wird, sondern mein heimisches Finanzamt in Berlin.

Dann nämlich hätte ich viele Jahre Ruhe, und meine Enkel könnten sich mit der Anklage befassen.

Enkel? Mir fällt ein, ich habe nicht mal Kinder. Angeblich die Voraussetzung für so was.

Ja, ich glaube, ich muss dann mal los.

 

 

 

 

 

 

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